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Wenn der Arzt per Video ins Wohnzimmer kommt......


Bereicht aus der Frankfurter Rundschau

Videounterstützte Parkinsontherapie zu Hause - es geht weiter Bei Angela Rechmann wurde vor 12 Jahren Parkinson diagnostiziert. In den letzten Jahren verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends. "Ich hatte so erhebliche Laufstörungen, dass der Rollstuhl immer häufiger nötig wurde" ,berichtet sie, "von verschiedenen Ärzten wurde ich als austherapiert bezeichnet." Um so glücklicher war Angela Rechmann darüber, mit Hilfe der Videobeobachtung noch einmal eine Möglichkeit gefunden zu haben, ihre wechselnden Zustände in den Griff zu bekommen. Im Januar 2004 wurde bei ihr zu Hause eine Videokamera installiert und die Behandlung konnte beginnen. Mit Erfolg, wie sie berichtet. "Nach der Neueinstellung mit Hilfe der ambulanten videounterstützten Therapie kann ich wieder relativ unbeschwert laufen. Die Lebensqualität ist um ein Erhebliches gestiegen und ich fühle mich wie neu geboren."

Vorteile erkennt auch Margarete Stattler: "Man kann, dem Arzt genau die Situationen vorführen, die man ihm bisher immer nur unvollkommen mit Worten versucht hat zu beschreiben (der berühmte Vorführeffekt). Und man kann sich Zeit lassen mit der Umstellung, nämlich genau 6 Wochen, - Zeit, die wichtig ist, um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Die Patienten entscheiden selbst, wann sie die Kamera einschalten. Ich bekam über Lautsprecher mitgeteilt, wann ich aufstehen, laufen oder Fingerübungen machen sollte. Die Videos gingen über die Telefonleitung zum Arzt, der sie auswertete und mir danach per Fax die geänderte Medikation ausdruckte. Das Ergebnis der geänderten Medikation zeigte sich dann auf einem der nächsten Videos."

Beide Patienten waren Teilnehmer des Modellprojekts "Ambulante videounterstützte Parkinsontherapie", das mit Unterstützung des DPV zustande kam. Dem behandelnden Neurologen wurde ein Beobachtungssystem zur Verfügung gestellt , das es dem Parkinsonpatienten ermöglicht, seinem Arzt seine Beweglichkeit mehrfach am Tage zu zeigen. Der Arzt erkennt Zustandsschwankungen während des Tages und kann so die Medikation optimal an die Bedürfnisse seines Patienten zu Hause anpassen. Zum Jahreswechsel wurde das Modellprojekt erfolgreich abgeschlossen. Aufgrund der guten Ergebnisse des Modellprojektes unter der Leitung des Hamburger Parkinsonspezialisten Herrn Professor Dr. Lachenmayer steht die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie seit Anfang des Jahres Ersatzkassenpatienten und Privatpatienten zur Verfügung. Parkinson-Patienten, die sich neu einstellen lassen wollen, können jetzt die ambulante, videogestützte Therapie als Alternative zum stationären Aufenthalt in Anspruch nehmen.

"Das in Deutschland einzigartige Projekt zur sektorenübergreifenden Behandlung von Parkinsonpatienten wird viele vollstationäre Krankenhausaufenthalte ersetzen", erklärt Werner Gerdelmann, Mitglied des Vorstandes der Ersatzkassenverbände VdAK / AEV,. Durch den Einsatz der Videodokumentation im häuslichen Umfeld könne der behandelnde Arzt Änderungen der Beweglichkeit über den Tagesablauf verfolgen und die Dosierung der Medikamente jederzeit anpassen. Das Projekt zeige, dass medizinischer Fortschritt nicht zwangsläufig mit Mehrkosten verbunden sein muss, betont der Vorsitzende der Ersatzkasse DAK, Herbert Rebscher.

Beim Verein zur Förderung der ambulanten videounterstützten Therapie (avt) in Koblenz, unter der Telefon-Nummer 0261 500 74 50 sowie unter www.avt-parkinson.de erhalten Sie ausführliche Informationen und erfahren, wo die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie angeboten wird.

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