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Deutsche Parkinson
Vereinigung e.v.

Deutsche Parkinson Vereinigung e.v.
Ambulante videounterstützte Parkinsontherapie

In der ambulanten Behandlung eines Parkinson-Patienten kann der Termin beim Neurologen nur eine Momentaufnahme eines an sich komplexen und wechselhaften Zustandsbildes sein. Eine gute Beweglichkeit wird häufig als gute Einstellung fehlinterpretiert und lässt unberücksichtigt, dass Phasen schlechter Beweglichkeit oder gar merkwürdige Krämpfe zu anderen Tageszeiten aufgetreten sein konnten.

Selbst für den Parkinson-Spezialisten ist es oftmals schwierig durch genaues Befragen die unterschiedlichen Formen von schlechter Beweglichkeit (z.B. motorische Blockaden, off-Phasen) oder Überbewegungen (z.B. Dyskinesien, Dystonien) herauszufinden, um demnach die Therapie dem Verlauf angepasst zu gestalten. Deshalb werden viele Patienten in das Krankenhaus eingewiesen, um die Veränderungen im Zustandsbild der Beweglichkeitüber den Tag beobachten zu können.

Dies kann nun über eine vorübergehend zuhause installierte Videokamera geschehen, die dem Parkinson-Spezialisten über die Telefonleitung die wichtigen Informationen zu der Beweglichkeit in Videoaufnahmenzukommen lässt. Diese Broschüre beschreibtwie das geht.

Hier ist mit der ambulanten videounterstützten Parkinsontherapie ein Quantensprung in der Betreuung von Parkinson-Patienten erreicht worden. Diese neuartige Informationstechnologie lässt Krankenhausaufenthalte vermeiden.

Jüngere Parkinson-Patienten haben die meisten Probleme mit Zustandsschwankungen und sind neuen Informationstechnologien am meisten aufgeschlossen. Sie könntenvon diesem Verfahren profitieren.

"Als zukünftiger Ansprechpartner der DPV für Parkinson-Patienten mit frühem Beginn wünsche ich, dass diese therapeutische Innovation sich weiterverbreitet."

Prof. Dr. Andres Ceballos-Baumann München-Schwabing im August 2005











Bei der langen Dauer der Krankheit ist es sehr wichtig, die notwendigen Medikamente im Hinblick auf Nebenwirkungen und Spätkomplikationen so genau wie möglich zu dosieren. Bisher mussten Parkinsonpatienten, bei denen die medikamentöse Behandlung schwieriger wurde, in die Klinik. In langwierigen Krankenhausaufenthalten sollen dort mehrmals täglich und zwar sowohl zu bestimmten Zeiten, als auch unmittelbar auf Anforderung durch den Patienten die Wirkung der verabreichten Medikation sowie Beobachtungen der Beweglichkeit dokumentiert werden. In einer Klinik (stationär) ist dies aufgrund des hohen Aufwands oft nicht zu erfüllen. Die Anpassung der Medikation erfolgt an den Tagesablauf der Klinik und nicht an die individuellen Anforderungen des Patienten zu Hause. Die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie, eine in Deutschland einzigartige Behandlungsmethode, macht esjetzt möglich, den Patienten einen Krankenhausaufenthalt zu ersparen. Mit Hilfe der ambulanten videounterstützten Therapie kann die Behandlung beim Patienten zu Hause erfolgen.

Welche Vorteile bietet die ambulante videounterstützte Parkinsontherapie dem Patienten?

  • Der behandelndeArzt erhält ein objektivesBild vom tatsächlichen Grad und der Art der Behinderung seines Patienten zu Hause. Der Arzt kann sich so einen genauen Eindruck vom Status der Erkrankung des Patienten machen.
  • Zustandsschwankungen während des Tages werden erkannt. Auch selten auftretende Störungen können dem Arzt auf diese Weise dokumentiert werden. Bislang konnten Patienten ihrem Arzt die wechselnden Zustände ihrer Beweglichkeit nie direkt zeigen. Jetzt macht der Patient einfach ein Video.
  • Probleme bei der Umstellung der Medikation können dem Arzt über einen ausreichend langen Zeitraum und zu jeder Uhrzeit gezeigt werden. . Arzt und Patient können erstmals gemeinsam kontrolliert therapeutische Ansätze auf ihre Tauglichkeit im Alltag des Patienten testen. . Die Medikation kann so den ganz persönlichen Bedürfnissen des Patienten zu Hause angepasst werden.
  • Der langfristige Therapieerfolg wird durch ein Therapiekonzept gesichert, das von einem Parkinsonexperten aus einer der teilnehmenden Klinken und dem weiterbehandelnden Neurologen in der Praxis gemeinsam erstellt wird.

Wie funktioniert die ambulante videounterstützte Therapie?

  • Für die Dauer der Therapie (ca. 30 Tage) erhält der Patient zu Hause eine Beobachtungseinheit mit einer Kamera und einem Drucker.
  • Zu verabredeten Zeiten und nach Bedarf setzt sich der Patient vor die Kamera und löst eine Videoaufnahme aus, um seine aktuelle Befindlichkeit für seinen Arzt zu dokumentieren. Eine Aufnahme dauert zwei Minuten.
  • Nachts werden die aufgenommenen Videodateien über die Telefonleitung an den Arzt übermittelt. Für die Patienten entstehen dabei keine Telefonkosten.
  • Am folgenden Tag befundet der Arzt die Aufnahmen. Auf dem Bildschirm des Arztes wird jede Videoaufnahme mit der zugehörigen
  • Medikation angezeigt. Ein spezielles Programm erleichtert dem Arzt die Befundung und erlaubt direkte Vergleiche innerhalb des Behandlungsverlaufes.
  • Änderung der Therapie werden mit dem Patienten telefonisch besprochen Beim Patienten zu Hause wird die aktuelle Medikation, geplante Änderungen sowie Mitteilungen des Arztes über einem an die Beobachtungseinheit angeschlossenen Drucker ausgegeben.
  • Zusätzlich stehen dem Patienten verschiedene speziell auf ihn zugeschnittene krankengymnastische Übungsmodule zur Verfügung, die vom behandelnden Arzt je nach Stadium der Erkrankung zugeQrdnet werden. Jedes Modul leitet den Patienten über 30 Tage zu einem selbständigen Üben an.


Für die Dauer der Therapie erhält der Patient zu Hause eine Beobachtungseinheit mit einer Kamera und einem Drucker.















Benötigt der Patient technische Grundkenntnisse um die Beobachtungseinheit zu bedienen?

  • Die Bedienung ist so einfach wie das Einschalten eines Fernsehgerätes. Einer unserer Mitarbeiter weist den Patient in die Bedienung ein und steht ihm zur Beantwortung seiner Fragen zur Verfügung.
    Es sind keine technischen Grundkenntnisse erforderlich.
  • Die Kamera kann nur vom Patienten selbst eingeschaltet werden. Nach 2 Minuten schaltet sich die Kamera automatisch ab.

Wie findet die Behandlung beim Patienten zu Hause statt?

  • 3 bis 4 mal täglich setzt sich der Patient vor die Kamera und löst selbstständig eine Videoaufnahme aus, um dem Arzt seine Beweglichkeitzu zeigen. Über Lautsprecher wird der Patient durch das Bewegungsprogramm geführt. Eine Aufnahme dauert 2 Minuten.
  • Zum Ende jeder Aufnahme bewertet der Patient sein Befinden mit einer Schulnote. Der Arzt kann so bei der Anpassung seiner Medikation sowohl die objektiven Bewegungsparameter als auch das subjektive Empfinden des Patienten berücksichtigen. . Der Patient kann während der Aufnahme sprechen und so dem Arzt zusätzliche Informationen liefern. Wenn er seinem Arzt eine ungewöhnliche Beweglichkeitsveränderung mitteilen möchte, kann er jederzeit selbständig zusätzliche Aufnahmen starten.
  • Nachts werden seine Aufnahmen über die Telefonleitung an seinen behandelnden Arzt gesendet.
  • Ist eine Dosisänderung der Medikamente erforderlich, schickt der Arzt dem Patienten die neue Tagesmedikation über einen Drucker.
  • Selbstverständlich kann der Patient seinen behandelnden Arzt auch direkt anrufen. Er steht ihm auch während Ihrer Behandlung für Fragen zur Verfügung.

Für wen kommt die Behandlung in Frage?

Wenn Sie unter Parkinson leiden und IhrArzteine NeueinsteIlung der Medikation für erforderlichhält, können Sie am Behandlungsprogramm ambulante videounterstützte Parkinsontherapie teilnehmen. Durch die Teilnahmeam Behandlungsprogrammentstehen Ihnen keine Kosten.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Sie leiden seit Jahren unterParkinson.
  • Die Einstellung ihrer Medikation ist zunehmend schwieriger geworden. Sie leiden zunehmend unter einer wechselnden Beweglichkeit.
  • Ihr Hausarzt / Neurologe hält eine NeueinsteIlung Ihrer Medikation für erforderlich. Die ambulante videounterstützte Therapie ist eine Alternative zu einem stationären Aufenthalt in einer Klinik/Parkinsonfachklinik.
  • Sie sind bereit im Rahmen Ihrer Möglichkeiten am Behandlungserfolg aktiv mitzuwirken.


Für Sie bedeutet das:

  • Sie machen regelmäßig Aufnahmen vor der Kamera
  • Sie nehmen planmäßig ihre Medikamente ein
  • Sie nutzen regelmäßig die angebotene Krankengymnastik/Physiotherapie

Informationen, Berichte und Veröffentlichungen erhalten Sie bei

avt - Förderverein e.V.
Verein zur Förderung der ambulanten videounterstützten Therapie
Im Kleestück 16
56070 Koblenz
Telefon: 0261 - 500 64 60
e-mail: info@avt-foerderverein.de
Internet: http://www.avt-foerderverein.de


Deutsche Parkinson Vereinigung e.v.
Moselstraße 31
41464 Neuss
Telefon: 02131/ 740 270
Telefax: 02131/ 45 44 5
E-Mail: info@parkinson-vereinigung.de
Internet: http://www.parkinson-vereinigung.de

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